BC Allschwil - BC Pratteln 1 73:60
18. März 2010 (Tom) | 0 Kommentare
Mit dem Sieg gegen BC Pratteln 1 gelang uns ein Riesenschritt auf dem Weg zum Meisterschaftstitel in der 3. Liga. Mit 13 Punkte Vorsprung, 73:60, konnten wir den schlecht hinterlassenen Eindruck nach der einzigen Niederlage in der Vorrunde in Pratteln ein wenig ausbügeln. Noch viel wichtiger war, dass uns dieser Sieg drei Runden vor dem Meisterschaftsende einen 4 Punkte Vorsprung vor den beiden Rivalen BC Oberdorf und BC Pratteln 1 sicherte.
Schon vor dem Spiel waren wir vor der grossen Wichtigkeit dieses Spiels bewusst. Und dementsprechend liefen die Vorbereitungen im Training. Obwohl in jedem Training 3-4 Standard Spieler fehlten, konnten wir uns einiger Massen gut vorbereiten und die entsprechende Strategie entwickeln.
Die Disziplin beim Einwärmen und die Ruhe des Spielers vor dem Spielbeginn, sowie fast kompletter Angebot der Spieler, versprach eine hohe Dosis Optimismus. Nur Markus und Yorck fehlten leider.
Das Spiel eröffnete die erprobte Formation mit Richard, Tino und Florian auf den Aussenpositionen und Danijel und Michel unter dem Korb. Obwohl Pratteln sehr gut in das Spiel startete und schon im ersten Viertel drei Dreier versenkte, spielte unser Team sehr stark und mit Endsirene durch einen Dreier von Bandy mit 5 Punkte im Führung ging. Das 22:17 sprach für eine gute offensive Arbeit auf beiden Seiten, weniger aber für beide Verteidigungen.
Im zweiten Viertel mit zwei Dreier von Michel und einem von Florian konnten wir den Vorsprung auf 11 Punkte erhöhen. Gute Verteidigung limitierte den Gegner auf nur 10 Punkte. Und es dauerte nicht lange und die Mannschaft aus Pratteln zeigte die ersten Zeichen der Machtlosigkeit. Die Taktik aus der Vorrunde mit hohen Druck und harten Fouls gegen unsere Spieler zu agieren, zeigte dieses mal wenig Erfolg. Erstens, wurden unsere Spieler auf diese Spielweise psychologisch und physisch gut vorbereitet und zweitens, begeisterte diese Art, welche an der Grenze der Fairness war, auch nicht die Unparteiischen. Als Folge kassierte Pratteln zwei unsportliche und ein technisches Foul. Ständige Vorwürfe und Meckern brachte keine Sympathie bei den Schiedsrichter.
Nach 38:27 an der Halbzeit, begann Pratteln stark den dritten Viertel. Mit aggressiven Verteidigung zwangen sie unsere Spieler zu einigen Ballverlusten und Fehlpässen und verkürzten unser Vorsprung, Ende dritten Viertels auf nur noch 6 Punkte – 54:48. Schade eigentlich, da der Druck nicht so stark war, dass wir uns nicht wehren hätten können. Wir spielten leider nicht konsequent genug, teilweise auch nachlässig und gaben somit den Gegner die Chance die Oberhand zu übernehmen. Auf der anderen Seite, war auch zu erwarten, dass die Konzentration der Spieler während 40 Minuten nicht immer auf dem hohen Niveau zu halten sei und das gelegentliche „schwarze Löcher“ nicht vermeiden sei. Dazu, wusste man, dass eine gute Mannschaft wie Pratteln auch ihre starke Momente im Spiel zeigen werde. Der dritte Viertel ging mit 21:16 zu Gunsten von Pratteln. Wir behielten aber immer noch mit 54:48 die Führung.
Erfreulicherweise, mit dem Beginn des letzten Viertels erholte sich unsere Mannschaft und die Selbstbewusstsein und Disziplin aus der ersten Halbzeit kehrte wieder zurück. Pratteln probierte mit vielen Fouls unsere Spieler auf die Freiwurflinie zu senden und kalkulierte durch Fehlwürfe zu profitieren. Das zahlte sich wenig. Unsere Spieler verwarfen jedoch einige Freiwürfe, konnten aber durch Fastbreaks wieder die Initiative übernehmen und den Vorsprung erhöhen. Prettelner zeigten weiter ihre Unzufriedenheit zu den Schiedsrichtern. Die Folge war ein weiterer technisches Foul. Als dann einer ihren besten Spieler Christoph Herzog aus dem Spiel flog, wurde das Spiel definitiv entschieden. Ruhig und diszipliniert spielte unser Team die letzten Minuten und schloss mit 73:60 erfolgreich das Spiel ab.
Eine gleichmässige Punkteverteilung am Ende des Spiels sprach für einen guten Ausgleich im Team. Tino führte diese Liste mit 15 Punkten, vor Danijel mit 14, Richard mit 13 und Michel mit 10 Punkten. Fast alle Spieler erzielten Punkte was ein sehr erfreuliches Ergebnis darstellte.
Trotzdem, der beste Spieler mit einem weiteren Double-Double war wieder mal Danijel. Er sammelte 13 Rebounds, 4 Steals und 2 Blocks und machte nicht einen einzigen Turnover. Eine exzellente Leistung. Er ist ein Kämpfer und spielte von Beginn des Spiels bis am Ende mit ganzem Herzen und maximaler Intensität. Seine Kondition wie auch seine Motivation waren vorbildlich. Es ist selten zu sehen, dass ein 2.05 m grosser Spieler sich um jeden Ball auf den Boden wirft und mit so einen Energie agiert, wie er es tat .
Seite am Seite mit Danijel, wie schon in vielen Spielen, präsentierte sich Tino. Er ist die Arbeitsbiene unserer Mannschaft. Ruhig, konzentriert, diszipliniert. So kann man ihm beschreiben. Er zeigt wenig Emotionen, mindestens nach aussen, und man hört fast kein Wort von ihm. Aber, genau wie leise seine Persönlichkeit ist, so „laut“ ist sein Engagement und seine Leistung in der Mannschaft. Sein Beitrag in unserer Verteidigung kann keine Statistikauswertung beschreiben. Es wäre interessant wenn man, wie im Profifussball die Laufwege messen würde. Ich bin überzeugt, dass er die Liste mit meist gelaufenen Kilometer im Spiel führen würde. Dieses mal war er nicht nur der beste Schütze sondern auch der Beste was die Präzision betrifft (67%).
Der Spieler, welcher in den letzten Spielen die grössten Vierbesserungsschritte machte, war Richard. Er wandelte sich in einen richtigen Captain der Mannschaft und verdient diesen Titel mit dem Stolz zu tragen. Die Führungseigenschaften, die Initiative in der Mannschaft und das Engagement im Training sind nur einige Teile seiner Persönlichkeit welche wir bei ihm schätzen. Und in diesem Spiel machte er noch einen drauf. Mit 13 Punkten schoss er die meisten Punkte in dieser Saison und holte so die beste persönliche Leistung. Die einzige kleine Schwachstelle in seinem Spiel waren die Turnovers. Mit 7 Stück holte er fast die Hälfte aller Turnovers. Ich würde behaupten, mindestens ein Paar zu viel. Vor allem, da die Meisten nicht unter Druck vom Gegner entstanden seien, sondern er sie selbst durch unnötig schwere Pässe oder Dribblings generierte.
Michel zeigte wieder eine sehr solide Leistung, Mit 10 Punkten und 3 Rebounds, führte er seine Mannschaftsaufgabe sehr erfolgreich aus. Auch Florian war solide, obwohl er dieses mal auf „nur“ 7 Punkte kam. Raul und Patrick trugen auch stark zum Erfolg bei, besonders im letzten Viertel wo Patrick eine starke Rolle in der Verteidigung spielte. Und Alex konnte sich auf die sehr unangenehme Aufgabe des zweiten Plays auch langsam anpassen, obwohl ihm diese nicht richtig Freude bereitete. Da Dave relativ wenig Spielzeit bekam, konnte er leider nicht viel zeigen.
Ohne Ausnahme spielte die ganze Mannschaft sehr engagiert und machte einen guten Bild in der Verteidigung. Obwohl die Wurfquote und Assists am Ende relativ niedrig ausfielen, betrachtet man die Stärke des Gegners, könnte man gut mit diesen Zahlen leben. Besonders erfreulich war die Tatsache, dass wir endlich die Turnovers besser im Griff bekamen. Wenn man gewinnt, dann verkraftet man und vergisst sehr schnell kleine Fehler. Schuss endlich, wenn man erreicht den Gegner zu mehr Fehler zu zwingen, als man selbst macht, so ist das Weg zum Erfolg auch erreicht.
Mit dem Sieg gegen Pratteln gelang uns den direkten Gegner für den Titel auszuschalten und zu beweisen, dass die Wunde durch die einzige schwere Niederlage in der Vorrunde in zwischen gut heilte und keine Narben hinterliess. Dies bezeichnet die guten und homogenen Mannschaften, was man für unser Team immer noch nicht ganz behaupten kann, jedoch bin ich der Meinung, das wir auf einem guten Weg dahin sind. Es gibt noch sehr viel was man korrigieren und verbessern muss und das Potenzial einzelner Spieler, sowie ganzer Mannschaft ist es noch nicht richtig ausgeschöpft.
Schon am nächsten Montag kommt der nächste starke Gegner und Kandidat für den Titel nach Allschwil. Bald werden wir sehen ob der Erfolg gegen Pratteln nur ein kurzer Blitz auf dem Himmel war, oder die Mannschaft wirklich den Titel des besten Teams in der 3. Liga verdient.
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